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Inhalt

Kurzbeschreibung des Begleitbandes

Forschungsprojekte

Foto einer Filmpräsentation im Rahmen der Unfallverhütungswoche 1950 in Wuppertal

Rettungstrupp im Bergbau: Mit der Reform der Unfallversicherung 1925 wurde auch die Erste Hilfe am Unfallort verbessert.

Aufnahme 20er Jahre, Zeche Helene, Essen.

Die NS-Geschichte der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg

 

 

Bearbeiter
Christoph Wehner

 

Förderinstitution
Deutsche Rentenversicherung Baden-Württemberg

 

Laufzeit
1.04.2015 – 31.12.2015

 

Themen:
Institutionengeschichte der Rentenversicherung in Baden-Württemberg
Regionale Verwaltungseliten in der NS-Zeit
Geschichte der Selbstverwaltung in der Sozialversicherung zwischen Diktatur und Demokratie
NS-Unrecht, Verfolgung und Exklusion

 

Im Zusammenhang mit dem 125jährigen Bestehen der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg untersucht das Forschungsprojekt die Geschichte ihrer Vorgängerinstitutionen, den Landesversicherungsanstalten Baden und Württemberg, in der Zeit des Nationalsozialismus. Ein Hauptaugenmerk der regionalgeschichtlichen Studie gilt den institutionell-strukturellen sowie personellen Umbrüchen in den beiden Anstalten, die sich aus ihrer Gleichschaltung sowie der Auflösung der Selbstverwaltung in der Rentenversicherung ergaben. Mit dem „Gesetz zum Aufbau der Sozialversicherung“ vom 5. Juli 1934 verankerten die Nationalsozialisten das „Führerprinzip“ in der Rentenversicherung, was zur Folge hatte, dass ein von oben eingesetzter „Leiter“ sowie ein Beirat an die Stelle der bisherigen Selbstverwaltungsorgane traten. Der im Selbstverwaltungsprinzip traditionell verankerte Gedanke der Mitbestimmung wurde von den Nationalsozialisten mithin durch ein „autoritäres Strukturprinzip“ (Hans Günter Hockerts) ersetzt, womit nationalsozialistisch gesinnten Beamten sowie „Alten Kämpfern“ der Weg in die Landesversicherungsanstalten geöffnet wurde. Ein erster Fokus der Studie liegt auf dem personellen Wandel in den jeweiligen Institutionen im Zuge der NS-Machtergreifung, wobei das Leitpersonal und sein Handeln exemplarisch vertiefend untersucht werden. Damit soll ein Beitrag zur Geschichte regionaler Verwaltungseliten in der NS-Zeit geleistet werden. Ferner wird die Beteiligung der Landesversicherungsanstalten an NS-Unrechtskomplexen in der Rentenpolitik, so an der Diskriminierung und Verdrängung von Juden und politischen Gegnern, den sogenannten „Staatsfeinden“, aus den Institutionen sowie die Rolle des „Vertrauensärztlichen Dienstes“ der Versicherungsanstalten im Rahmen der nationalsozialistischen Gesundheitspolitik näher beleuchtet. Abschließend werden der Wiederaufbau der Selbstverwaltung und ihrer Organe nach 1945 sowie dessen treibende Kräfte in der Region in den Blick genommen. Das Ziel des Projekts besteht in einer empirisch fundierten Überblicksstudie im Umfang von etwa 50 Seiten, die sich als ein Beitrag zum historischen Gedächtnis wie zum demokratischen Selbstverständnis der Sozialversicherung versteht.